Aug21

Evangelische Akademie

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Evangelische Akademie: Autonomes kirchennahes Bildungskonzept

Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg:

Der Evangelische -Akademie-Ansatz entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus der protestantischen Laienbewegung heraus. Er entwickelte sich als Reaktion engagierter Christen auf die Ungeheuerlichkeiten der NS-Zeit mit deren Verwüstung geistiger und moralischer Grundsätze, der brutalen Diskreditierung von Rechtstaatlichkeit und der Vernichtung des Vertrauens der Bürger zum Staat.

In dieser Situation der Orientierungslosigkeit, die bei vielen Menschen Leere, Fatalismus, Rückzug ins Private und Abkehr von sozialer und politischer Verantwortung ausgelöst hatte, taten sich protestantische Laien und Amtsträger zusammen, um mit dem Aufbau der nicht zuletzt als moralisch-kritische Instanzen verstandene Evangelischen Akademien ihren Beitrag zum Aufbau einer neuen, menschlicheren und von christlichen Idealen geprägten Gesellschaftsordnung zu leisten.

Die Evangelischen Akademien etablierten sich in den Westzonen und der frühen Bundesrepublik rasch als anerkannter Teil des politisch-kulturellen Diskurses. In der Sowjetzone und der DDR waren die Arbeitsbedingungen für die Akademiebewegung wesentlich schwieriger. Die Akademiebefürworter wurden von der DDR-Führung zur bürgerlichen, und damit potenziell klassenfeindlichen Bildungselite gezählt und bei ihrer Arbeit entsprechend behindert oder sogar zur Ausreise gedrängt.

Die dennoch im deutschen Ostteil gegründeten Akademien wie die Evangelische Akademie Thüringen oder die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt taten sich unter diesen Bedingungen schwer, breite Bildungsarbeit leiten zu können. Sie sahen sich oft gezwungen, ein unauffällige Nischen besetzendes Programm anzubieten, um die ständig drohende Schließung zu verhindern. Aber selbst unter diesen problematischen Bedingungen ist es immer wieder auch in der DDR gelungen, die Akademien zu einem Ort des freien Meinungsaustausches über christlich besetzte gesellschaftliche Themen zu machen.